Laborglasgeräte gehören zur Grundausstattung jedes Labors. Bechergläser, Erlenmeyerkolben, Messzylinder, Pipetten, Büretten und zahlreiche weitere Produkte werden täglich für Probenvorbereitung, Mischen, Messen, Titrieren und Erhitzen eingesetzt. Eine gute Bestandsplanung berücksichtigt deshalb Produkttyp, Volumen, Nutzungshäufigkeit, Messgenauigkeit, Bruchrisiko und Sicherheitsbestand.
1. Laboranwendungen zuerst analysieren
Der Bedarf hängt stark von den durchgeführten Arbeiten ab.
Lehrlabore benötigen häufig mehr allgemeine Glasgeräte, während analytische Labore einen größeren Bedarf an präzisen volumetrischen Geräten haben können.
Die zentrale Frage lautet:
Welche Arbeiten werden durchgeführt und wie häufig?
2. Grundlegende Glasgeräte priorisieren
Zu den typischen Produktgruppen gehören:
- Bechergläser
- Erlenmeyerkolben
- Messzylinder
- Messkolben
- Pipetten
- Büretten
- Reagenzgläser
- Labor- und Reagenzflaschen
- Scheidetrichter
- Uhrgläser
Die Bestandsmenge sollte sich nach der tatsächlichen Nutzung richten.
3. Volumen sinnvoll verteilen
Neben dem Produkttyp ist eine geeignete Volumenverteilung wichtig.
Für häufig verwendete Bechergläser und Erlenmeyerkolben ist eine Kombination aus kleinen, mittleren und großen Größen sinnvoll.
Je nach Anwendung können beispielsweise 50 mL, 100 mL, 250 mL, 500 mL und 1000 mL wichtige Grundgrößen darstellen.
4. Volumetrische Glasgeräte separat planen
Messkolben, Vollpipetten und Büretten dienen präzisen Volumenmessungen und sollten daher separat geplant werden.
Wichtige Kriterien sind Volumen, Toleranzklasse, Kalibrierungsart und relevante Normen.
Für präzise analytische Arbeiten können je nach Anwendung Class A oder Class AS erforderlich sein.
5. Borosilikatglas 3.3 berücksichtigen
Bei Erwärmung, Temperaturwechseln und chemischer Beanspruchung ist die Glasart entscheidend.
Borosilikatglas 3.3 wird aufgrund seiner geringen Wärmeausdehnung und hohen chemischen Beständigkeit häufig in Laboren eingesetzt.
6. Bruch und Sicherheitsbestand berücksichtigen
Glasgeräte können trotz hoher Qualität beschädigt werden.
Für häufig verwendete und betriebswichtige Produkte sollte deshalb ein angemessener Sicherheitsbestand vorhanden sein.
7. Bestand nach Nutzung klassifizieren
Eine einfache ABC-Klassifizierung kann hilfreich sein:
A: häufig verwendete Produkte
B: regelmäßig verwendete Produkte
C: spezielle oder selten benötigte Produkte
So lässt sich eine unnötige Überbevorratung vermeiden.
8. Mindestbestände festlegen
Für wichtige Produkte sollten Mindestbestände definiert werden.
Dabei sollten Verbrauch, Bruchrate, Lieferzeit, Bestellrhythmus, Arbeitsbelastung und Kritikalität berücksichtigt werden.
9. Normen und Qualitätsanforderungen definieren
Eine technische Beschreibung sollte bei Bedarf mehr Informationen als nur Produkt und Volumen enthalten.
Statt:
„Bürette 50 mL“
kann beispielsweise:
„Bürette 50 mL – Class AS – gemäß relevanter ISO-Norm“
angegeben werden.
10. Über- und Unterbestand vermeiden
Zu geringe Bestände können Arbeiten unterbrechen. Zu hohe Bestände binden dagegen Budget und Lagerfläche.
Das Ziel lautet daher:
Das richtige Produkt, in der richtigen Menge, zum richtigen Zeitpunkt.
Fazit
Eine effiziente Bestandsplanung berücksichtigt Produkttyp, Volumen, Nutzungshäufigkeit, Genauigkeit, Sicherheitsbestand und Lieferzeit.
So lässt sich ein zuverlässiger und wirtschaftlicher Laborglasbestand aufbauen.