Die richtige Reinigung von Laborglas ist nicht nur aus hygienischen Gründen wichtig, sondern auch für Messgenauigkeit, Reproduzierbarkeit und Lebensdauer der Glasgeräte. Öle, Fette, eingetrocknete chemische Lösungen, Metallsalze und organische Substanzen lassen sich mit Wasser und gewöhnlichen Reinigungsmitteln nicht immer problemlos entfernen. Eine aggressivere Reinigung ist jedoch nicht automatisch besser. Die Methode sollte immer an die Art des Rückstands und das verwendete Glasgerät angepasst werden.
1. Rückstand zunächst identifizieren
Wasserlösliche Salze, Öle, organische Verbindungen, eingetrocknete Lösungen, mineralische Ablagerungen, Farbstoffe und biologische Rückstände können unterschiedliche Reinigungsverfahren erfordern.
Bei unbekannten Rückständen sollten aggressive Chemikalien nicht wahllos eingesetzt werden.
2. Rückstände nicht eintrocknen lassen
Eine der wirksamsten Maßnahmen ist das sofortige Spülen nach Gebrauch.
Trocknen chemische Lösungen auf der Glasoberfläche ein, können die Rückstände wesentlich schwieriger zu entfernen sein. Eine frühzeitige Vorspülung erleichtert die spätere Reinigung.
3. Geeignetes Laborreinigungsmittel verwenden
Für viele Verunreinigungen sind Wasser und ein geeignetes Laborreinigungsmittel die erste Wahl.
Konzentration und Einwirkzeit sollten den Herstellerangaben entsprechen. Zu viel Reinigungsmittel verbessert das Ergebnis nicht zwangsläufig und kann Rückstände hinterlassen.
4. Lösungsmittel für Öl und organische Rückstände sorgfältig auswählen
Öle, Fette und bestimmte organische Substanzen können ein geeignetes Lösungsmittel erfordern.
Dabei muss die chemische Verträglichkeit berücksichtigt werden. Glas, Aufdrucke, Kunststoffteile, Dichtungen und Hähne dürfen nicht beschädigt werden. Die Angaben im Sicherheitsdatenblatt (SDB) sind zu beachten.
5. Mineralische und anorganische Ablagerungen
Einige Metallsalze und mineralische Ablagerungen lassen sich mit herkömmlichen Reinigungsmitteln nicht vollständig entfernen.
Chemische Reinigungsverfahren mit stärkeren Säuren oder Basen sollten ausschließlich entsprechend einer genehmigten Laboranweisung und unter geeigneten Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt werden.
6. Abrasive Reinigung vermeiden
Metallwerkzeuge, Scheuerschwämme und harte Bürsten können Glasoberflächen zerkratzen und mikroskopische Schäden verursachen.
Verwenden Sie stattdessen geeignete weiche Laborbürsten. Bei Messglas müssen insbesondere Kalibrierungs- und Graduierungsmarkierungen geschützt werden.
7. Gründlich nachspülen
Rückstände von Reinigungsmitteln können selbst zu einer Kontaminationsquelle werden.
Das Glas sollte deshalb gründlich mit Wasser geeigneter Qualität gespült werden. Für empfindliche analytische Anwendungen kann für die letzte Spülung deionisiertes oder gereinigtes Wasser verwendet werden.
Eine saubere Glasoberfläche sollte möglichst gleichmäßig mit Wasser benetzt werden.
8. Besondere Vorsicht bei Messglas
Kalibrierte Glasgeräte wie Messkolben, Büretten und Vollpipetten sollten besonders schonend behandelt werden.
Unnötig aggressive Reinigungsmethoden und hohe Temperaturen sind zu vermeiden. Die Empfehlungen des Herstellers sollten berücksichtigt werden.
Kontrolle nach der Reinigung
Vor der erneuten Verwendung sollte das Glas auf Flecken, Partikel, Reinigungsmittelreste und ölige Bereiche kontrolliert werden. Auch Risse, Kratzer und beschädigte Kanten müssen überprüft werden.
Fazit
Es gibt keine universelle Reinigungsmethode für alle hartnäckigen Laborrückstände. Die Identifizierung des Rückstands, die Auswahl eines geeigneten Reinigungsmittels, der Verzicht auf abrasive Verfahren und gründliches Spülen bilden die Grundlage einer zuverlässigen Reinigung.