Laborglas gehört zur Grundausstattung von Lehr-, Forschungs- und Analyselaboren an Universitäten. Bechergläser, Erlenmeyerkolben, Messkolben, Büretten und Pipetten erfüllen dabei jeweils unterschiedliche Aufgaben. Die richtige Auswahl ist entscheidend für Messgenauigkeit, chemische Beständigkeit, Sicherheit und Reproduzierbarkeit.
Wichtige Auswahlkriterien
Bei der Auswahl sollten insbesondere folgende Punkte berücksichtigt werden:
- Verwendungszweck
- Glasart
- Chemische und thermische Beständigkeit
- Volumengenauigkeit und Toleranz
- Klasse A / AS oder Klasse B
- Relevante ISO- und DIN-Normen
- Anforderungen an Erhitzen und Sterilisation
1. Borosilikatglas 3.3
Borosilikatglas 3.3 eignet sich aufgrund seines niedrigen Wärmeausdehnungskoeffizienten und seiner guten chemischen Beständigkeit für zahlreiche Laboranwendungen.
Es wird häufig für Bechergläser, Erlenmeyerkolben, Flaschen, Reagenzgläser, Scheidetrichter und Reaktionsgefäße eingesetzt.
Trotz seiner hohen Beständigkeit müssen extreme Temperaturschocks und die chemische Verträglichkeit berücksichtigt werden.
2. Becherglas oder Erlenmeyerkolben?
Bechergläser eignen sich zum Mischen, Erwärmen, Vorbereiten und Umfüllen von Flüssigkeiten.
Erlenmeyerkolben ermöglichen dank ihrer konischen Form ein komfortables Schwenken und reduzieren dabei das Spritzrisiko.
Die Skalierungen dieser Produkte sind jedoch normalerweise nicht für hochpräzise Volumenmessungen vorgesehen.
3. Messzylinder
Messzylinder ermöglichen genauere Volumenmessungen als Bechergläser und sind besonders für Ausbildungs- und Routineanwendungen geeignet.
Für hochpräzise analytische Arbeiten sollten jedoch Messkolben, Vollpipetten oder Büretten verwendet werden.
4. Messkolben
Messkolben sind auf ein definiertes Volumen kalibriert und werden insbesondere für Standardlösungen, Verdünnungen und quantitative Analysen eingesetzt.
Für präzise Anwendungen sollten Toleranzklasse und entsprechende Norm berücksichtigt werden.
5. Pipetten
Vollpipetten sind für die präzise Übertragung eines bestimmten Volumens vorgesehen.
Messpipetten ermöglichen dagegen die Dosierung unterschiedlicher Volumina.
Kapazität, Toleranz, Kalibrierungsart und Genauigkeitsklasse sollten entsprechend der Anwendung ausgewählt werden.
6. Büretten
Büretten gehören zur Grundausstattung von Titrations- und Analyselaboren.
Wichtige Kriterien sind Kapazität, Teilung, Toleranz, Klasse A/AS oder B, Hahnkonstruktion, Durchflusskontrolle und Normkonformität.
7. Klasse A, AS und B
Klasse A bietet engere Toleranzen und ist für präzisere Arbeiten vorgesehen.
Klasse AS verbindet die Genauigkeit der Klasse A bei bestimmten Ablaufgeräten mit einer kürzeren Wartezeit.
Klasse B weist üblicherweise größere Toleranzen auf und kann für Ausbildungs- und Routinearbeiten eine wirtschaftliche Alternative darstellen.
8. ISO- und DIN-Normen
ISO- und DIN-Normen können Anforderungen an Abmessungen, Volumen, Toleranzen, Konstruktion und Leistung verschiedener Laborglasprodukte definieren.
Bei der Beschaffung für Universitätslabore sollte deshalb geprüft werden, nach welcher Norm das Produkt hergestellt wurde.
9. Lehrlabor oder Forschungslabor?
In Lehrlaboren können Robustheit, einfache Handhabung und Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stehen.
In analytischen und fortgeschrittenen Forschungslaboren gewinnen dagegen Genauigkeit, Kalibrierung und Rückverfolgbarkeit an Bedeutung.
Fazit
Bei der Auswahl von Laborglas für Universitäten sollten Glasart, Anwendung, Volumengenauigkeit, Toleranzklasse, chemische und thermische Beständigkeit sowie relevante ISO-/DIN-Normen gemeinsam bewertet werden.
Hochwertiges und anwendungsgerecht ausgewähltes Laborg