Ein Glasexsikkator ist ein Laborgefäß, das eine Umgebung mit niedriger Luftfeuchtigkeit für Proben und getrocknete Materialien bereitstellt.

Er wird häufig bei gravimetrischen Analysen, Wägungen bis zur Gewichtskonstanz und zur Aufbewahrung feuchtigkeitsempfindlicher Proben eingesetzt.

Ein typischer Exsikkator besteht aus:

  • einem stabilen Glaskörper,
  • einem passenden Glasdeckel,
  • einer perforierten Einsatzplatte,
  • einem unteren Bereich für das Trockenmittel,
  • bei Vakuummodellen einem Vakuumanschluss.

Funktionsprinzip

Im unteren Bereich befindet sich ein Trockenmittel, das Feuchtigkeit aus der Atmosphäre im geschlossenen Behälter aufnimmt.

Dadurch wird die relative Luftfeuchtigkeit reduziert und die Probe vor erneuter Feuchtigkeitsaufnahme geschützt.

Häufig verwendete Trockenmittel

TrockenmittelAllgemeine Eigenschaft
KieselgelWeit verbreitet und einfach anzuwenden
MolekularsiebFür niedrige Feuchtigkeitswerte geeignet
Wasserfreies CalciumchloridStark hygroskopisch
CalciumsulfatFür verschiedene Laboranwendungen

Auch die chemische Verträglichkeit zwischen Trockenmittel und Probe muss berücksichtigt werden.

Richtige Verwendung

Vor Gebrauch sollten Glaskörper und Deckel auf Risse, Kratzer, Absplitterungen und andere Beschädigungen geprüft werden.

Das geeignete Trockenmittel wird in den unteren Bereich gegeben. Darüber wird die perforierte Platte eingesetzt.

Die Probe wird in einem geeigneten Gefäß auf die Platte gestellt.

Umgang mit heißen Proben

Das Abkühlen getrockneter Proben im Exsikkator ist eine übliche Laborpraxis.

Sehr heiße Gegenstände dürfen den Glaskörper jedoch nicht unnötig hohen Temperaturunterschieden aussetzen.

Die Vorgaben der jeweiligen Analysemethode, der Labor-SOP und des Herstellers sollten beachtet werden.

Öffnen des Deckels

Ein eingeschliffener Glasdeckel sollte normalerweise vorsichtig seitlich verschoben und nicht mit Gewalt senkrecht angehoben werden.

Bei bestimmten Konstruktionen kann eine dünne Schicht eines geeigneten Dichtungs- oder Vakuumfetts erforderlich sein. Die Herstellerangaben sind zu beachten.

Vakuumexsikkatoren

Ein Vakuumexsikkator ist speziell für den Betrieb bei reduziertem Innendruck konstruiert.

Dabei gilt:

  • nur ausdrücklich vakuumgeeignete Produkte verwenden,
  • Glas vor jeder Anwendung kontrollieren,
  • geeignete Anschlüsse verwenden,
  • zulässige Vakuumgrenzen beachten,
  • Vakuum langsam anlegen und lösen.

Ein normaler Exsikkator darf nicht allein aufgrund seiner dicken Glaswand als vakuumgeeignet angesehen werden.

Implosionsgefahr

Bei Unterdruck wirkt der Atmosphärendruck von außen auf das Gefäß.

Beschädigtes oder ungeeignetes Glas kann implodieren.

Daher ist bei Vakuumanwendungen besondere Vorsicht erforderlich.

Wann sollte das Trockenmittel gewechselt werden?

Das Trockenmittel verliert mit zunehmender Feuchtigkeitsaufnahme seine Wirksamkeit.

Der Wechsel oder die Regeneration hängt von Trockenmitteltyp, Umgebung, Nutzungshäufigkeit und Herstellerangaben ab.

Fazit

Ein Glasexsikkator schützt Proben vor Feuchtigkeit und ermöglicht das kontrollierte Abkühlen getrockneter Materialien.

Für eine zuverlässige Verwendung sind aktives Trockenmittel, unbeschädigtes Glas, korrekte Abdichtung und kontrollierte Handhabung entscheidend.