Die Sterilisation von Laborglas ist in mikrobiologischen, biotechnologischen, chemischen, pharmazeutischen und Forschungslaboren von großer Bedeutung. Eine der am häufigsten verwendeten Methoden ist das Autoklavieren mit gesättigtem Wasserdampf unter Druck. Können Bechergläser, Erlenmeyerkolben, Laborflaschen und andere Glasgeräte autoklaviert werden? Die kurze Antwort lautet: Viele geeignete und für diesen Zweck konzipierte Laborglasprodukte können autoklaviert werden. Nicht jedes Glasprodukt ist jedoch automatisch autoklavierbar.
Was bedeutet Autoklavieren?
Ein Autoklav sterilisiert Materialien mit gesättigtem Wasserdampf unter Druck. Die verwendeten Programme unterscheiden sich je nach Material, Beladung und Sterilisationsanforderung.
Ein häufig verwendeter Sterilisationszyklus arbeitet bei ungefähr 121 °C. Je nach Anwendung können auch Programme mit höheren Temperaturen verwendet werden.
Das Glas muss daher sowohl für die Temperatur als auch für die entsprechenden Erwärmungs- und Abkühlzyklen geeignet sein.
Welche Laborgläser können autoklaviert werden?
Ein häufig verwendetes Material ist Borosilikatglas 3.3.
Sein niedriger Wärmeausdehnungskoeffizient trägt dazu bei, thermische Spannungen bei Temperaturänderungen zu reduzieren.
Wenn vom Hersteller ausdrücklich dafür vorgesehen, können beispielsweise folgende Produkte autoklavierbar sein:
- Laborflaschen,
- Bechergläser,
- Erlenmeyerkolben,
- bestimmte Kolben und Reaktionsgefäße,
- Glas- und Kulturröhrchen,
- geeignete Aufbewahrungsgefäße aus Glas.
Auch Form, Wandstärke, Verschlusssystem und Zustand müssen berücksichtigt werden.
Ist jedes Glas autoklavierbar?
Nein.
Die Tatsache, dass ein Produkt aus Glas besteht, bedeutet nicht automatisch, dass es für einen Autoklaven geeignet ist.
Bestimmte Kalk-Natron-Gläser, dekorative Gläser, beschädigte Glasgeräte oder Produkte ohne entsprechende Herstellerfreigabe können ungeeignet sein.
Warum Borosilikatglas 3.3?
Borosilikat 3.3 weist eine geringe thermische Ausdehnung auf. Dadurch werden Dimensionsänderungen und thermische Spannungen bei Temperaturwechseln reduziert.
Dennoch gilt:
Borosilikat 3.3 bedeutet keine unbegrenzte Beständigkeit gegenüber jeder Temperatur, jedem Druck oder jedem Autoklavierzyklus.
Die Herstellerangaben müssen eingehalten werden.
Wie werden Laborflaschen mit Schraubverschluss autoklaviert?
Geschlossene Behälter erfordern besondere Vorsicht.
Wird eine mit Flüssigkeit gefüllte Flasche mit vollständig festgezogenem Verschluss erhitzt, kann sich im Inneren Druck aufbauen.
Bei geeigneten Schraubflaschen sollte der Verschluss entsprechend dem validierten Verfahren und den Herstellerangaben normalerweise gelockert oder ein geeignetes Entlüftungssystem verwendet werden.
Sollten Flaschen vollständig gefüllt werden?
In der Regel nicht.
Flüssigkeiten können sich beim Erwärmen ausdehnen. Außerdem können Kochen, Schaumbildung oder Überlaufen auftreten.
Daher sollte ein ausreichender Kopfraum vorhanden sein.
Warum sind Kratzer und Mikrorisse wichtig?
Risse, tiefe Kratzer, Absplitterungen und Kantenschäden können die mechanische Festigkeit des Glases reduzieren.
Während eines Autoklavierzyklus können vorhandene Schäden weiter wachsen.
Besonders häufig autoklavierte Glasgeräte sollten regelmäßig kontrolliert werden.
Sollte heißes Glas schnell abgekühlt werden?
Nein.
Heißes Glas direkt auf eine kalte Oberfläche zu stellen oder mit kaltem Wasser in Kontakt zu bringen, kann das Risiko eines Thermoschocks erhöhen.
Das Glas sollte kontrolliert abkühlen.
Sind Verschlüsse und Zubehör ebenfalls autoklavierbar?
Nicht unbedingt.
Verschlüsse, Dichtungen und andere Komponenten können andere Temperaturgrenzen als der Glaskörper besitzen.
Deshalb müssen alle Komponenten überprüft werden.
Was ist vor dem Autoklavieren zu beachten?
Die Eignung des Produkts muss anhand der Herstellerinformationen überprüft werden. Das Glas sollte auf Schäden kontrolliert, ein geeignetes Programm gewählt und gefährlicher Druckaufbau verhindert werden.
Die SOPs und Sicherheitsvorschriften des jeweiligen Labors sind ebenfalls einzuhalten.
Beeinflusst Autoklavieren die Lebensdauer?
Wiederholtes Reinigen, mechanische Belastungen und thermische Zyklen können langfristig zu Oberflächenschäden beitragen.
Regelmäßige Sichtkontrollen sind daher empfehlenswert.
Fazit
Viele Laborglasprodukte können autoklaviert werden. Glas allein ist jedoch kein Nachweis für Autoklavierbarkeit.
Borosilikat 3.3 eignet sich aufgrund seiner geringen thermischen Ausdehnung für zahlreiche Laboranwendungen besonders gut. Trotzdem müssen Bauform, Zustand, Verschlüsse, Zubehör und Herstellerangaben berücksichtigt werden.