Was bedeutet Toleranz bei Laborglas und warum ist sie wichtig?

Die Genauigkeit im Labor hängt nicht nur von den verwendeten Analysegeräten ab, sondern auch von der Genauigkeit der zur Flüssigkeitsmessung eingesetzten Glasgeräte. Pipetten, Büretten, Messzylinder und Messkolben werden für ein bestimmtes Nennvolumen hergestellt. Zwischen Nennvolumen und tatsächlichem Volumen kann jedoch eine kleine zulässige Abweichung bestehen.

Diese zulässige Abweichung wird als Toleranz bezeichnet.

Was bedeutet Toleranz?

Die Toleranz beschreibt die maximal zulässige Abweichung eines volumetrischen Laborgeräts von seinem Nennvolumen.

Ist beispielsweise für einen 100-ml-Messkolben eine Toleranz von ±0,10 ml angegeben, wird sein kalibriertes Volumen gemäß der entsprechenden Norm innerhalb dieser zulässigen Abweichung bewertet.

Je kleiner die Toleranz, desto geringer ist die zulässige Volumenabweichung.

Warum ist die Toleranz wichtig?

Bereits kleine Volumenabweichungen können die Konzentration einer Lösung und damit das Ergebnis einer Analyse beeinflussen.

Besonders bei Titrationen, der Herstellung von Standardlösungen, Verdünnungen und quantitativen Analysen sind geeignete Toleranzen von großer Bedeutung.

Eine geeignete Genauigkeitsklasse unterstützt zuverlässige Volumenmessungen, reproduzierbare Ergebnisse und die Reduzierung systematischer Volumenfehler.

Class A, Class AS und Class B

Volumetrische Laborgeräte können in unterschiedlichen Genauigkeitsklassen hergestellt werden.

Class A ist für hochpräzise Volumenmessungen ausgelegt und weist im Allgemeinen engere Toleranzen als Class B auf.

Class AS bietet die hohe Genauigkeit von Class A und zeichnet sich insbesondere bei auf Auslauf kalibrierten Geräten durch kürzere Ablauf- und Wartezeiten aus.

Class B verfügt in der Regel über größere zulässige Toleranzen und eignet sich für Routineanwendungen, bei denen keine maximale analytische Genauigkeit erforderlich ist.

Toleranz und Kalibrierung sind nicht dasselbe

Toleranz bezeichnet die maximal zulässige Abweichung. Kalibrierung bezeichnet dagegen die Überprüfung bzw. den Vergleich des tatsächlichen Volumenverhaltens mit Referenzwerten unter definierten Bedingungen.

Die Toleranz definiert somit den zulässigen Bereich, während die Kalibrierung die tatsächliche Leistung bewertet.

Warum ist die Temperatur wichtig?

Volumetrische Laborgeräte werden bei einer festgelegten Referenztemperatur kalibriert. Eine häufig verwendete Referenztemperatur ist 20 °C.

Da sich sowohl Glas als auch Flüssigkeiten temperaturabhängig ausdehnen oder zusammenziehen können, sollte die Temperatur bei besonders präzisen Messungen berücksichtigt werden.

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Bei der Produktauswahl sollten Nennvolumen, Toleranz, Genauigkeitsklasse, Kalibrierungsart und die relevante ISO-/DIN-Norm gemeinsam berücksichtigt werden.

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